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Mit allen Sinnen und mit Bossanova zum Kaffee

Musik hat einen großen Einfluss auf den Geschmack der Speisen, die du isst. Lerne zwei Profis kennen, die wissen, wie sie mit Musik deine Geschmackserlebnisse aufpeppen können.

Du kennst das. Du sitzt im Restaurant und obwohl das Essen ausgezeichnet und der Kellner zuvorkommend ist, gibt es irgendetwas, das nicht passt. Die Hintergrundmusik ist vielleicht zu laut, die Akustik ist zu schlecht, oder die Musikauswahl passt einfach nicht.

Und das ist eigentlich gar nicht so seltsam, denn Untersuchungen zeigen, dass der Geschmackssinn bei weitem nicht alleine ein Geschmackserlebnis ausmacht – erstaunlicherweise hat sich herausgestellt, dass der Hörsinn einen großen Teil ausmacht.

Dein Gehirn rotiert

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Barista Omar Maagaard Hossain ist Ausbildungsleiter beim Copenhagen Coffee Lab. Er hat die aktuelle Forschung verfolgt und selber mit dem Einfluss von Musik auf den Geschmack von Kaffee experimentiert. Er kann zum Beispiel sagen, dass Geigen den Kaffee süßer machen:

"Sie werden überrascht sein, wie sehr Sie die Erfahrungen eines Menschen mit einer einfachen Tasse Kaffee beeinflussen können. Wenn ich ausgeglichene, weiche Geigen dazu spiele, empfinden die Leute den Kaffee als süß. Setze ich hohe Frequenzen ein, dann wird dem Kaffee mehr Säure bescheinigt.“

Ein anderes Experiment zeigte, was die Menschen empfinden, die beim Hören lateinamerikanischer Bossanova-Rhythmen ein Stück Schokolade bekamen. Die meisten waren überzeugt, dass die Schokolade aus Südamerika stammte. Als sie genau dieselbe Schokolade zu der Geräuschkulisse einer Restaurantküche probierten, dachten alle es handele sich um ein Stück hochwertigerer Schokolade.

"Es ist ein bisschen, als würde ich Kaffee, Wein oder Bier in sehr unterschiedlichen Tassen und Gläsern servieren und die Menschen werden von unterschiedliche Erfahrungen berichten. Überraschend ist, dass Sie das Geschmackserlebnis auf dieselbe Weise mit Musik ändern können. Ich mag es beispielsweise, den Sinnesapparat der Menschen völlig zu verwirren. Wenn sie in ein Restaurant kommen, das ganz im nordischen Stil gestaltet ist, kann es großartig sein, afrikanischen Jazz zum Kaffee zu spielen. Damit zwinge ich meine Besucher unbewusst den Kaffee tatsächlich zu schmecken und zu genießen.“

Neue Ideen in Dänemark

Mehr und mehr Restaurants werfen neuerdings einen Blick darauf, wie sie mit Musik Esserlebnisse gestalten können. Das Restaurant Alchemist ist dabei eines der ehrgeizigsten Restaurants in Dänemark. Es ist angetreten, um für Dänemark ein neues Niveau zu schaffen. Wir werden Musik dazu nutzen, um Atmosphäre zu schaffen, sagt Rasmus Munk, Mitinhaber und Koch:

"Wir sind uns bewusst, dass wir unseren Gästen nicht zu viele sensorische Eindrücke zumuten dürfen. Daher muss die Musik konsequent zum multisensorischen Gesamterlebnis beitragen, indem sie unbewusst eine Stimmung beim Gast bewirkt.“

LS1_nr2_1500x750_Rasmus-Munk---husk-kreditering-af-fotograf.jpg Foto: Soren Gammelmark

Wagner oder Beverly Hills zum Essen?

Rasmus Munk erläutert, wie sich ein Besuch im Alchemist anfühlen kann:

"Wir arbeiten viel mit Inspirationen aus dem Theater und der Welt der Kunst. In diesem Zusammenhang ist das Leitmotiv-Konzept für uns sehr wichtig geworden. Leitmotiv wird oft mit den wiederkehrenden Themen in Wagners Opern in Verbindung gebracht und ist für uns zu einer Art und Weise geworden, wiederkehrende Elemente zu verwenden, die den Gast an unsere Themen erinnern und die Erfahrung miteinander verbinden. Mit einer solchen Wiedererkennbarkeit im Klanguniversum hat unser Sounddesigner Lars Bork Andersen in den verschiedenen Räumen mit dem Sound gearbeitet.“

Selbst wenn du denkst, Wagner ist dir vielleicht zu elitär, solltest du keine Angst haben. Dann Rasmus Munk scheut sich auch nicht davor, die Pop-Kultur der 90er Jahre in sein Restaurant zu bringen:

„Es kann auch sein, dass wir gelegentlich Musik direkt beim Servieren von Speisen verwenden. Wir haben bereits mit bekannten Themen experimentiert, zum Beispiel mit der Titelmusik von Beverly Hills 90210, die zum Servieren eines Toasts gespielt wurde – um Assoziationen zu schaffen und die Erinnerungen des Gastes zu wecken, vorzugsweise mit einem Augenzwinkern.“

Aber wird der Gast überhaupt bemerken, dass hier tatsächlich die Verbindung von Musik und Essen etwas bewirkt hat?

„Es wäre schön, wenn unsere Gäste merken würden, dass hier etwas Besonderes gespielt wird. Gleichzeitig sind einige der besten Soundtracks diejenigen, bei denen der Sound so in die anderen Elemente integriert ist, dass Sie sich danach kaum noch daran erinnern können, was tatsächlich gespielt wurde.“

Die Zukunft ist Musik

Einige der innovativsten Restaurants der Welt experimentieren also seit einigen Jahren mit der Integration von Klang in den Geschmack und Omar Maagaard Hossain vom Copenhagen Coffee Lab ist überzeugt, dass er gerade mal an der Oberfläche des Möglichen gekratzt hat:

"Es gibt einen großen Trend im Sensorischen, das ist Teil des Zeitgeistes. Und ich bin absolut sicher, dass es in nur fünf bis zehn Jahren weit verbreitet sein wird, dass Restaurants darüber nachdenken, wie sie alle Sinne ihrer Gäste beeinflussen und ein Geschmackserlebnis aufbauen können.“

Ich mag es beispielsweise, den Sinnesapparat der Menschen völlig zu verwirren.Omar Maagaard Hossain

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